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Mit Spiegeln und Resteküche gegen Lebensmittelverschwendung

Mit Spiegeln und Resteküche gegen Lebensmittelverschwendung


Lebensmittel für die Tonne, ein Radio – Feature der zweiten Klasse Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Frankenberg, Tisens

Ein Projekt gegen Lebensmittelverschwendung, das von der Frankenberger Schulgemeinschaft und einer Reihe von Akteuren im Lande tatkräftig unterstützt wurde.

„Ich esse, du isst, er/sie/es isst nicht…“, so beginnt der Beitrag. Der einprägsame Klang einer Kinderziehharmonika – ausdrucksstark von Schülerinnen und Markus Prieth von „Opas Diandl“ im JUX Lana geschaffen, unterstreicht die Aussage.
Die nächste Passage vermittelt die Ernsthaftigkeit, das Engagement der jungen Menschen gegen Lebensmittelverschwendung. „Jeder Mensch auf der Welt hat das Recht auf Nahrung! Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, Artikel 25. Wir als Klasse unterschreiben das Menschenrecht auf Nahrung!“

Sich informieren, der erste Schritt…

Ein Medienpaket, zusammengestellt von der Organisation für Eine Welt - OEW, verschaffte erstmals einen guten Überblick. Das Interview mit Sabrina Eberhöfer von der YoungCaritas, sie ist eine ausgewiesene Expertin in Sachen Lebensmittelrettung, vermittelte einen guten Einblick über die vielen Möglichkeiten der Lebensmittelrettung in unserem Land. Univ. Professor Fischer von der Freien Universität Bozen informierte die Schülerinnen über die großen Zusammenhänge der weltweiten Nahrungsmittelproduktion.

Sensibilisieren, der zweite Schritt….

Das Wissen um die übergroße Lebensmittelverschwendung – auch bei uns in Südtirol landet jedes fünfte Brot im Müll und ein Südtiroler Haushalt wirft durchschnittlich 94 Kilogramm  an noch genießbaren Lebensmittel pro Jahr in die Tonne - veränderte jede einzelne Schülerin, alle gehen jetzt viel sorgsamer und bewusster mit Lebensmitteln um.
Im Workshop „Brotzeit. Kriegen wir das gebacken“ sensibilisierten die Südtiroler Bäuerin Elisabeth Pichler – Schroffenegger und Sabrina Eberhöfer von der YoungCaritas die Schülerinnen des Bienniums in Punkto Brotverschwendung.

Sich engagieren, der dritte Schritt…
Neben den allgemeinbildenden Fächern spielt der Praxisunterricht an der Fachschule eine wichtige Rolle. Das prägt - die Schülerinnen sind stark im Planen, Umsetzen von Vorhaben und ihr erfolgreiches Handeln stärkt sie. Die Klasse hat ihr Wissen um Lagerung, Verarbeitung von Lebensmitteln oder Resteküche durch gezielte Aktionen an Familien, Freunden, Schul- und Dorfgemeinschaft weiter gegeben.

  • Resteküche – Gerichte für Frankenberger Schulmensa
    Die meisten aßen zum ersten Mal eine Panadl, sprich Brotsuppe, einen Scheiterhaufen mit gespiegelten Äpfeln und die Süßspeise „Sugoli“ aus gespiegelten Gewürztraminer – Trauben.
  • Resteküche – Gerichte im JUX - Lana
    Gemeinsam mit Gleichaltrigen bereiteten die Schülerinnen Resteküche – Gerichte zu, wie zum Beispiel den bereits erprobten Scheiterhaufen, mit Brotspenden vom Elisabethverein Lana.
  • Spiegel
    Die Klasse spiegelte in den Allerheiligenferien. Spiegeln ist ein alter Brauch. Nach Allerheiligen darf alles gepflückt werden, was nicht mehr geerntet wird. Die gespiegelten Äpfel wurden von den Schülerinnen weiter verarbeitet, zu getrockneten Apfelringen, Apfelkiachlen oder sie kamen in den Scheiterhaufen.
  • „G´schpiegeltes“ für die Tisner Dorfgemeinschaft
    Die Schülerinnen verteilten den Tisner Kirchgängern „G´schpiegeltes im Advent“ nach der Abend – Rorate am zweiten Dezember.
  • Auf ihrer Suche nach Lebensmittelrettung ist die Klasse auf die Lebensmittelpakete vom Elisabethverein Lana gestoßen. Die vom Verein verteilten Pakete enthalten nur Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, aber noch einwandfrei und genießbar sind. Die Klasse war sich gleich einig, den Elisabethverein Lana zu unterstützen. Womit? Brot- und Lebensmittelspenden einräumen, an Bedürftige verteilen, auf selbst genähten Brotsäcken Brotresterezepte aufbügeln oder aber für das Elisabethfest Brot backen, an Kirchgänger verteilen und für den Verein an der Lebensmittelsammlung vor Supermärkten in Lana teilnehmen – das sind nur einige Aktivitäten, mit denen die Klasse die Freiwilligenarbeit im Dienste der Bedürftigen unterstützte. Neben den Gesprächen mit der Vorsitzenden des Elisabethvereins Mali Gruber oder Verena Hillebrand - in der Kleiderstube Lana oder beim gemeinsamen Essen im JUX Lana – bereicherte die Schülerinnen der Kontakt mit Bedürftigen. Sie meinten, Freiwilligenarbeit, ohne Geld für andere etwas zu machen, sei ihnen jetzt wichtig.

Das Radio – Feature „Lebensmittel für die Tonne“- unter Anleitung von Matthias Jud im Jugendzentrum –JUX, MediaLab, Lana erstellt - vermittelt einen guten Einblick in das Engagement der jungen Menschen gegen Lebensmittelverschwendung, für die Rettung von Lebensmitteln. Beim Wettbewerb Politische Bildung 2015 zählte das Werkstück zu den besten drei Beiträgen der Ober- Fach- und Berufsschulen des Landes.


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Über den Q-Code am Rande kann das Radio – Feature „Lebensmittel

für die Tonne“ auf das Smartphone geladen werden. Überzeugen sie sich vom Engagement der Schülerinnen gegen Lebensmittelvernichtung!

Beim Tag der offenen Schule am Samstag, 5. März 2016 kann

die Resteküche in einem Workshop erprobt werden.

QR

Die Resteküche-Rezepte der Fachschulen für Hauswirtschaft und Ernährung im Lande können auch über den Q – Code daneben heruntergeladen werden.